{"id":785,"date":"2017-03-02T14:25:15","date_gmt":"2017-03-02T13:25:15","guid":{"rendered":"http:\/\/uran-deutsch-tschechischer-erinnerungsort.info\/?p=785"},"modified":"2026-03-31T08:13:41","modified_gmt":"2026-03-31T06:13:41","slug":"wie-kommt-man-nur-an-uranproben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/uran-deutsch-tschechischer-erinnerungsort.info\/?p=785","title":{"rendered":"Wie kommt man nur an Uranproben?"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Das Ehepaar Curie bittet um Joachimsthaler Pechblende zu Forschungszwecken<\/em><\/strong><\/p>\n<h2><span style=\"color: #808080;\">Quelle<\/span><\/h2>\n<blockquote><p>[\u2026] Laut des sub 1.\/. beiligenden Briefes hat Herr P. Curie, Professor in Paris, eine wissenschaftliche Arbeit ver\u00f6ffentlicht, in welcher er gezeigt hat, dass das Uranpecherz ein neues noch unbekanntes Metall enth\u00e4lt. Behufs Untersuchung dieses neuen Metalles auf seine Eigenschaften m\u00fcsste P. Curie eine grosse Menge von Uranpecherz verwenden, was ihm jedoch grosse Kosten verursachen w\u00fcrde und da erinnerte er sich, dass in Joachimsthal dieses Erz verarbeitet wird und glaubt, dass sich in den Fabrikationsr\u00fcckst\u00e4nden das neue Metall finden m\u00fcsste, weswegen er ersucht hat ihm solche Fabrikationsr\u00fcckst\u00e4nde zu verkaufen.<br \/>\nDieser Brief wurde dem k.k. H\u00fcttenverwalter Kroupa zur \u00c4u\u03b2erung \u00fcbergeben, worauf derselbe bemerkte, dass die Laugenr\u00fcckst\u00e4nde f\u00fcr das Joachimsthaler Zweck gegenw\u00e4rtig werthlos sind und in fr\u00fcheren Jahren nur zum Ausst\u00fcrzen von Gr\u00e4ben verwendet und auf die Halde geworfen wurden. [\u2026]<br \/>\nOb es nun dem genannten Professor mit diesen Untersuchungen wirklich recht ist, oder ob er andere Zwecke damit verfolgt, ist wohl nicht bekannt, w\u00fcrde er aber eine Verwerthung unserer Uranrr\u00fcckst\u00e4nde ausfindig machen, so w\u00e4re diess wohl f\u00fcr die Uranfabrik von grossem Werthe.<\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><strong>M6:<\/strong> Brief des Bergrates Babanek von der K.k. Berg- und H\u00fcttenverwaltung St. Joachimsthal (J\u00e1chymov), die auch f\u00fcr die dortige Uranfarbenfabrik zust\u00e4ndig war, an das \u00fcbergeordnete K.k. Ministerium f\u00fcr Ackerbau in Wien, 29. 10. 1898. Quelle: N\u00e1rodn\u00ed archiv Praha (Nationalarchiv Prag), Fond Ministerstvo zem\u011bd\u011blstv\u00ed \u2013 Rakousko, MZ\/R 2\/b5 23948\/2289\/98, zitiert nach Seidlerov\u00e1, Irena a Jan Seidler. J\u00e1chymover Uranerz und Radioaktivit\u00e4tsforschung um die Wende des 19.\/20. Jahrhunderts. Chemnitz, 2010. Online verf\u00fcgbar: <a style=\"color: #808080;\" href=\"http:\/\/www.qucosa.de\/fileadmin\/data\/qucosa\/documents\/6225\/Holze_Seidler_Uranerz_.pdf\">http:\/\/www.qucosa.de\/fileadmin\/data\/qucosa\/documents\/6225\/Holze_Seidler_Uranerz_.pdf<\/a> (05.04.2016), S. 24.<\/span><\/p>\n<h2>Sachanalyse<\/h2>\n<p>Nach der Entdeckung der R\u00f6ntgenstrahlen experimentierte Henri Becquerel im Jahre 1896 mit Phosphoreszenz und Lumineszenz und entdeckte dabei eine zuvor unbekannte Erscheinung beim Uransalz, die Marie Sk\u0142odowska Curie sp\u00e4ter als Radioaktivit\u00e4t bezeichnete. Sie und ihr Mann, der franz\u00f6sische Physiker Pierre Curie, trugen ma\u00dfgeblich zur Erforschung der wesentlichen Eigenschaften der Radioaktivit\u00e4t bei. Als das am besten geeignete Material zur Erzeugung radioaktiver Pr\u00e4parate erwiesen sich die R\u00fcckst\u00e4nde aus der St. Joachimsthaler Uranfarbenproduktion. Die Fabrik der staatlichen Gruben und H\u00fctten in St. Joachimsthal gewann die Uranfarben aus der vor Ort gef\u00f6rderten Pechblende. Im Kampf um die R\u00fcckst\u00e4nde der Uranfarbenherstellung spiegelten sich die gegenl\u00e4ufigen Interessen der Physiker, Chemiefabriken, St. Joachimsthaler Bergbaubetriebe, des \u00f6sterreichischen Ministeriums f\u00fcr Ackerbau und der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften wider.<\/p>\n<p>In Paris erforschten die Eheleute Curie im Sommer 1898 die Eigenschaften des neu entdeckten Element Uran. Um eine geringe Menge dieses Elementes zu gewinnen, ben\u00f6tigten sie eine gro\u00dfe Menge Pechblende. Der einzige Ort auf der Welt, an dem damals regelm\u00e4\u00dfig Pechblende in gro\u00dfen Mengen verarbeitet wurde, war die Patentfabrik f\u00fcr Uranfarben im b\u00f6hmischen St. Joachimsthal. Dorthin schrieben sie drei auf Deutsch verfasste Briefe, in denen sie um den Kauf von mindestens 100 kg dieses Materials ersuchten. Die St. Joachimsthaler Gruben waren damals in Besitz des \u00f6sterreichischen Staates und wurden von einem Amt mit dem komplizierten Namen \u201eK.k. Berg- und H\u00fcttenverwaltung St. Joachimsthal\u201c geleitet. Dieses Amt unterstand dem Ministerium f\u00fcr Ackerbau in Wien. Und da sich die Joachimsthaler H\u00fcttenverwaltung keinen Rat wusste, was sie nach Paris antworten sollte, bat ihr Verwalter Gustav Kroupa um Stellungnahme des \u00fcbergeordneten Ackerbauministeriums bzw. der so genannten \u201eVerschleiss-Direktion\u201c, einer Unterabteilung die f\u00fcr Verkauf und Vertrieb zust\u00e4ndig war. Diese Abteilung sollte gegenenfalls einen Preis f\u00fcr das gew\u00fcnschte Material festsetzen.<\/p>\n<h2>\u00a0<span style=\"color: #00ccff;\">Arbeitsauftr\u00e4ge <\/span><\/h2>\n<ol>\n<li><span style=\"color: #00ccff;\">Unterstreiche im Brief Passagen oder Ausdr\u00fccke, die Du nicht verstehst und versuche zusammen mit einer Mitsch\u00fclerin \/ einem Mitsch\u00fcler die Bedeutung zu kl\u00e4ren.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #00ccff;\">Stelle Vermutungen an, warum der Autor des Briefes Bergrates Babanek von der K.k. Berg- und H\u00fcttenverwaltung St. Joachimsthal (J\u00e1chymov) an das \u00fcbergeordnete K.k. Ministerium f\u00fcr Ackerbau in Wien schreibt und darin erkl\u00e4rt, was der Pariser Professor Curie aus St. Joachimsthal will.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #00ccff;\">Erkl\u00e4re anhand Babaneks Brief, welche Bedeutung Reste der Uranfarbenproduktion in St. Joachimsthal (J\u00e1chymov) f\u00fcr Professor Curie haben (k\u00f6nnten) und welche Bedeutung sie bisher f\u00fcr die Uranfarbenfabrik hatten.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #00ccff;\">Finde Argumente, warum es f\u00fcr die Uranfarbenfabrik und die K.k. Berg- und H\u00fcttenverwaltung St. Joachimsthal (J\u00e1chymov) lohnend sein k\u00f6nnte, Reste der Uranfarbenproduktion an Wissenschaftler zu verkaufen. Nutze zur Beantwortung dieser Frage auch die oben stehende Sachanalyse zu Babaneks Brief sowie die <a title=\"Neues Zugpferd Uranfarben?\" href=\"https:\/\/uran-deutsch-tschechischer-erinnerungsort.info\/?p=744\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Sachanalyse zum Thema Uranfarben<\/strong><\/a>.<br \/>\n<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #00ccff;\">Stelle anhand des Briefes und der Sachanalyse zu Babaneks Brief in eigenen Worten knapp dar, wie die Forschungen des Ehepaars Curie zur Radioaktivit\u00e4t mit St. Joachimsthal (J\u00e1chymov) zusammenh\u00e4ngen.<\/span><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Ehepaar Curie bittet um Joachimsthaler Pechblende zu Forschungszwecken Quelle [\u2026] Laut des sub 1.\/. beiligenden Briefes hat Herr P. Curie, Professor in Paris, eine wissenschaftliche Arbeit ver\u00f6ffentlicht, in welcher er gezeigt hat, dass das Uranpecherz ein neues noch unbekanntes Metall enth\u00e4lt. Behufs Untersuchung dieses neuen Metalles auf seine Eigenschaften m\u00fcsste P. Curie eine grosse [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5,10],"tags":[],"class_list":["post-785","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bergbau-im-erzgebirge-de","category-aufgaben-de"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/uran-deutsch-tschechischer-erinnerungsort.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/785","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/uran-deutsch-tschechischer-erinnerungsort.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/uran-deutsch-tschechischer-erinnerungsort.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/uran-deutsch-tschechischer-erinnerungsort.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/uran-deutsch-tschechischer-erinnerungsort.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=785"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/uran-deutsch-tschechischer-erinnerungsort.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/785\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1096,"href":"https:\/\/uran-deutsch-tschechischer-erinnerungsort.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/785\/revisions\/1096"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/uran-deutsch-tschechischer-erinnerungsort.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=785"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/uran-deutsch-tschechischer-erinnerungsort.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=785"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/uran-deutsch-tschechischer-erinnerungsort.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=785"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}