{"id":801,"date":"2017-03-06T23:05:01","date_gmt":"2017-03-06T22:05:01","guid":{"rendered":"http:\/\/uran-deutsch-tschechischer-erinnerungsort.info\/?p=801"},"modified":"2026-03-31T08:13:41","modified_gmt":"2026-03-31T06:13:41","slug":"bergbautechnik-anno-1520","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/uran-deutsch-tschechischer-erinnerungsort.info\/?p=801","title":{"rendered":"Bergbautechnik anno 1520"},"content":{"rendered":"<p><em><strong> Die T\u00e4tigkeiten auf den Bildtafeln des Bergaltars in St. Anna in Annberg<\/strong><\/em><\/p>\n<h2><span lang=\"CS\">Sachanalyse II \u2013 Was passiert in den einzelnen Bildausschnitten? <\/span><\/h2>\n<p>Auf Erzlagerst\u00e4tten im Boden stie\u00df man oft zuf\u00e4llig. Beim Pfl\u00fcgen, unter einem entwurzelten Baum oder in einer durch Blitzeinschlag entstandenen Felskluft. Bergleute, auch Knappen oder Hauer genannt, machten sich dann ans Werk, um Stollen und Sch\u00e4chte ins Gestein zu hauen und silberhaltiges Erz zu f\u00f6rdern. Dazu benutzten sie Bergleute vor allem Schl\u00e4gel und Eisen, diejenigen Werkzeuge, die gekreuzt zum allgemeinen Symbol des Bergbaus wurden. Das Anlegen der senkrechten Sch\u00e4chte und der waagrechten Stollen war sehr m\u00fchsam und konnte manchmal sogar mehrere Generationen lang dauern. Manche Sch\u00e4chte lagen mehrere hundert Meter tief unter der Erdoberfl\u00e4che. Viel taubes Gestein \u2013 Gestein, das nicht das gesuchte Silber enthielt \u2013 wurde dabei herausgebracht und zu Halden aufgesch\u00fcttet. Bergzimmerer und Bergschmiede sicherten die gehauenen G\u00e4nge mit Holzbalken, Brettern, N\u00e4geln, Haken und \u00d6sen gegen Einsturz. Die Bergschmiede sorgten auch daf\u00fcr, dass die von der Arbeit stumpfen Bergeisen der Hauer stets durch scharfe ausgetauscht werden konnten. Bergzimmerer hatten schon im Mittelalter geniale Erfindungen gemacht, zum Beispiel eine spezielle Leiter, die zum Hochsteigen aber auch Hinunterrutschen genutzt werden konnte. Zum schnellen und schmerzfreien Rutschen banden sich die Bergleute sog. Hinterleder aus Rindsleder um. Die Schachteing\u00e4nge waren meist von einem Holzh\u00e4uschen vor der Witterung gesch\u00fctzt. Von dort aus f\u00fchrten die Leitern nach unten. Mit einem Haspel bef\u00f6rderten Bergleute, die man auch Haspelknechte nannte, Gestein aus den Tiefen hinauf ans Tageslicht. Aus Stollen mit ebenerdigem Ausgang konnten die Hauer das Gestein mit Schubkarren oder gro\u00dfen vierr\u00e4drigen Holzkarren, auch Hunt genannt, abfahren.<\/p>\n<p>Um das Silber aus dem umliegenden Gestein herauszul\u00f6sen, wurden die gef\u00f6rderten Gesteinsbrocken zun\u00e4chst zerkleinert. Das machte ein Erzklopfer genannter Bergmann. Dabei trennte er bereits Br\u00f6ckchen mit hohem Silberanteil von Gestein mit weniger Silber. Diese Br\u00f6ckchen wurden dann zur Erzw\u00e4sche ins Tal gebracht. Dort sch\u00fcttete man sie in gro\u00dfe Holzk\u00e4sten, durch die Bachwasser geleitet wurde. Zwei W\u00e4scher genannte Bergleute verteilten und wendeten die Erzbr\u00f6ckchen darin. Erde und leichtes taubes Gestein sollten fortgesp\u00fclt werden und schweres silberhaltiges Erz zur\u00fcckbleiben. Auch mithilfe von Sieben wurde das Gestein in gro\u00dfen Bottichen gewaschen, damit sich silberhaltige Erze absetzen. Das gewaschene Silbererz wurde anschlie\u00dfend zur R\u00f6stanlage, einem offenen gemauerten Ofen mit zwei Kammern, transportiert. Durch die gleichm\u00e4\u00dfige Hitze der brennenden Holzscheite wurde das Erz br\u00fcchig. Das ger\u00f6stete Erz kam dann in die Schmelzh\u00fctte. Dort schmolzen dann Schmelzer genannte Bergleute in zwei Schritten das Silber heraus. Im eckigen gemauerten Schachtofen wurde es zun\u00e4chst zusammen mit Holzkohle und Bleigl\u00e4tte \u2013 einer Verbindung von Blei und Sauerstoff \u2013 bei gro\u00dfer Hitze zum Schmelzen gebracht. Das fl\u00fcssige Silber floss hinaus und k\u00fchlte in Schalen ab. Anschlie\u00dfend wurde es in einem runden geschlossenen Ofen erneut aufgeschmolzen. Das noch im Silber enthaltene Blei stieg dabei nach oben und floss \u00fcber eine Abflussrinne ab, dabei entwichen auch giftige D\u00e4mpfe. Das reine Silber setzte sich unten ab. Nun konnte es in Barren gegossen und geschmiedet werden.<\/p>\n<h2><span style=\"color: #808080;\">Bildausschnitte und Arbeitsauftr\u00e4ge<br \/>\n<\/span><\/h2>\n<p><a href=\"http:\/\/uran-deutsch-tschechischer-erinnerungsort.info\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/M1a-Bergbaulandschaft.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-802\" src=\"http:\/\/uran-deutsch-tschechischer-erinnerungsort.info\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/M1a-Bergbaulandschaft-150x150.jpg\" alt=\"M1a Bergbaulandschaft\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><strong><span style=\"color: #808080;\">M2-a: <a title=\"F\u00f6rdern\" href=\"http:\/\/uran-deutsch-tschechischer-erinnerungsort.info\/?p=818\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">F\u00f6rdern<\/a><\/span><\/strong><\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/uran-deutsch-tschechischer-erinnerungsort.info\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/M1b-Kurbelnde-M\u00e4nner.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-803\" src=\"http:\/\/uran-deutsch-tschechischer-erinnerungsort.info\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/M1b-Kurbelnde-M\u00e4nner-150x150.jpg\" alt=\"M1b Kurbelnde M\u00e4nner\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><span style=\"color: #808080;\">M2-b: <a title=\"Kurbeln\" href=\"http:\/\/uran-deutsch-tschechischer-erinnerungsort.info\/?p=825\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kurbeln<\/a><br \/>\n<\/span><\/strong><\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #808080;\"><a href=\"http:\/\/uran-deutsch-tschechischer-erinnerungsort.info\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/M1c-Erzzerkleinerer1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-814\" src=\"http:\/\/uran-deutsch-tschechischer-erinnerungsort.info\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/M1c-Erzzerkleinerer1-150x150.jpg\" alt=\"M1c Erzzerkleinerer\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>M2-c: <a title=\"Hauen\" href=\"http:\/\/uran-deutsch-tschechischer-erinnerungsort.info\/?p=829\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hauen<\/a><br \/>\n<\/span><\/strong><\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #808080;\"><a style=\"color: #808080;\" href=\"http:\/\/uran-deutsch-tschechischer-erinnerungsort.info\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/M1d-Erzw\u00e4scher.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-805\" src=\"http:\/\/uran-deutsch-tschechischer-erinnerungsort.info\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/M1d-Erzw\u00e4scher-150x150.jpg\" alt=\"M1d Erzw\u00e4scher\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>M2-d und M2-e: <a title=\"Waschen\" href=\"http:\/\/uran-deutsch-tschechischer-erinnerungsort.info\/?p=832\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Waschen<\/a><br \/>\n<\/span><\/strong><\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #808080;\"><a style=\"color: #808080;\" href=\"http:\/\/uran-deutsch-tschechischer-erinnerungsort.info\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/M1e-Erzw\u00e4scherin.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-806\" src=\"http:\/\/uran-deutsch-tschechischer-erinnerungsort.info\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/M1e-Erzw\u00e4scherin-150x150.jpg\" alt=\"M1e Erzw\u00e4scherin\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>M2-d und M2-e: <a title=\"Waschen\" href=\"http:\/\/uran-deutsch-tschechischer-erinnerungsort.info\/?p=832\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Waschen<\/a><br \/>\n<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><a style=\"color: #808080;\" href=\"http:\/\/uran-deutsch-tschechischer-erinnerungsort.info\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/M1f-Schmelzer.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-807\" src=\"http:\/\/uran-deutsch-tschechischer-erinnerungsort.info\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/M1f-Schmelzer-150x150.jpg\" alt=\"M1f Schmelzer\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><strong>M2-f: <a title=\"Schmelzen\" href=\"http:\/\/uran-deutsch-tschechischer-erinnerungsort.info\/?p=834\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schmelzen<\/a><br \/>\n<\/strong><\/span><\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/uran-deutsch-tschechischer-erinnerungsort.info\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Bergaltar_-M\u00fcnzpr\u00e4ger.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-715\" src=\"http:\/\/uran-deutsch-tschechischer-erinnerungsort.info\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Bergaltar_-M\u00fcnzpr\u00e4ger-150x150.jpg\" alt=\"M1g Pr\u00e4ger\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><span style=\"color: #808080;\">M2-g: <a title=\"Pr\u00e4gen f\u00fcr den Landesherren\" href=\"http:\/\/uran-deutsch-tschechischer-erinnerungsort.info\/?p=717\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pr\u00e4gen<\/a><br \/>\n<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><strong>M2-a bis M2-g:<\/strong> Ausschnitte aus den Bildtafeln auf der R\u00fcckseite des Bergaltars der Kirche St. Anna in Annaberg, gemalt um 1520 von Hans Hesse. Quelle: Wikipedia: the free encyclopedia [online]. San Francisco (CA): Wikimedia Foundation, 2001. Link: <a style=\"color: #808080;\" href=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/3\/3a\/Annaberger-Bergaltar2.jpg\">https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/3\/3a\/Annaberger-Bergaltar2.jpg<\/a> (zuletzt eingesehen am 15.09.2015). Die Auschnitte wurden von Marcel Mahdal erstellt. <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die T\u00e4tigkeiten auf den Bildtafeln des Bergaltars in St. Anna in Annberg Sachanalyse II \u2013 Was passiert in den einzelnen Bildausschnitten? Auf Erzlagerst\u00e4tten im Boden stie\u00df man oft zuf\u00e4llig. Beim Pfl\u00fcgen, unter einem entwurzelten Baum oder in einer durch Blitzeinschlag entstandenen Felskluft. 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